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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Fernmeldeturm Waghäusel-Wiesental
Adresse:
Am Fernmeldeturm
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
25.01.2015
 
© 2015 Norbert Gilson
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erbaut: 1969
Architekten: Fritz Leonhardt, Erwin Heinle
Bauherr: Deutsche Bundespost
    
Kurz nachdem Mitte der 1960er Jahre die Konzeption für die neue Typenturmreihe »FMT 1« bis »FMT 3« (siehe bei -> »mehr«) abgeschlossen war, zeigte sich, dass diese Typentürme wegen ihres großen Platzangebots für Richtfunkgeräte für Richtfunkstellen mittlerer Größe, die als Zwischenstellen ohne größere Abzweige fungierten und nicht über Fernsehrundfunk-Sender verfügten, zu aufwendig waren. Zudem hatte sich in der stürmischen Entwicklung der Richtfunktechnik der Raumbedarf für die Richtfunkgeräte durch Einführung der neuen Vertikalbauweise für die Geräte auf etwa ein Drittel des bisherigen verringert. Durch die Konzeption eines neuen Typenturms mit kleinerem Betriebsraum, aber etwa gleichgroßer Antennenstellfläche ließen sich weitere Kostenersparnisse erzielen. In Zusammenarbeit zwischen den in der Ausführung von hohen Turmbauten erfahrenen Architekten Fritz Leonhardt und Erwin Heinle (siehe bei -> »weiter«) sowie den Ingenieuren des Fernmeldetechnischen und Posttechnischen Zentralamtes entstanden so die neuen Typentürme »FMT 4«, »FMT 5« und »FMT 6«. Funktionell und konstruktiv sind die drei Typen gleichartig, sie unterscheiden sich jedoch in ihrer Gesamthöhe, die von rund 93 m über 108 m bis zu 123 m über Gelände variiert.
    
Das Fundament der einzelnen Typentürme besteht jeweils aus einer auf einem Kreisring abgestützten Kegelschale, die durch eine Druckplatte ausgesteift ist. Der ebenfalls in Stahlbeton ausgeführte Turmschaft ist leicht konisch geformt mit einer stetig sich von 40 cm bis auf 20 cm verjüngenden Wanddicke. Im Turmschaft sind der Aufzugsschacht und die Treppe untergebracht. Der im Grundriss polygonförmige (24-Eck) Turmkopf ist zweigeschossig. Das Untergeschoss enthält einen Teil der Lüftungsanlage, einen Aufenthaltsraum, einen Lagerraum und einen Raum für die Hohlleiter-Belüftung. Im Obergeschoss ist der eigentliche Betriebsraum mit den Schaltschränken und einem zusätzlichen Teil der Lüftungsanlage untergebracht. Die 20 cm dicke Außenwand des Turmkopfes läuft nach oben konisch auseinander. Diese Form gibt den drei Typen ihr charakteristisches Aussehen. Die Typentürme sind mit drei Antennenplattformen ausgerüstet, wobei sich die untere Plattform unterhalb des Turmkopfes befindet. Die Plattformen bestehen jeweils aus einer Kreisringplatte und einer den äußeren Plattenrand abstützenden Kegelschale, beide aus Stahlbeton. Über der Decke des Turmkopfes liegt der Triebwerksraum für den Aufzug. In die Decke dieses Raumes ist jeweils ein etwa 33 m hoher Antennenträger aus Schleuderbeton eingespannt. Zur Versorgung der Türme mit elektrischer Energie ist jeweils am Turmfuß ein Maschinengebäude errichtet.
    
Der Großteil der Typentürme »FMT 4« bis »FMT 6« wurde für eine Ende der 1960er Jahre geplante neue Richtfunktrasse zwischen dem Münchener Fernsehturm Oberwiesenfeld und dem Fernmeldehochhaus in Frankfurt am Main errichtet, die der Nachrichtenübermittlung während der Olympischen Spiele 1972 diente. Außerhalb dieses Bauprogramms entstand der 131 m hohe Fernmeldeturm von Typ »FMT 6« 1969 im Stadtteil Wiesental der Stadt Waghäusel. Die drei Antennenplattformen befinden sich auf 65 m, auf der Unterseite des Betriebsgeschosses auf 68 m sowie auf der Decke des Betriebsgeschosses auf 84 m Höhe.

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Quelle(n)/Text:
• Arwed Hoyer / Werner Teutschbein, Fernmeldetürme und andere Antennenträger in Stahlbeton-Ausführung; in: Jahrbuch des elektrischen Fernmeldewesens 20(1969), S. 366-407
• Erwin Heinle / Fritz Leonhardt, Türme aller Zeiten - aller Kulturen, Stuttgart 1988
    
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