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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Adolf Lauster & Co.
Adresse:
Enzstraße
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
27.05.2014
 
© 2014 Norbert Gilson
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erbaut: 1920er und 1930er Jahre
    
Das Steinbruchunternehmen der Brüder Fritz und Adolf Lauster entstand 1902, damals noch auf Cannstatter Gemarkung (1905 Vereinigung mit der Residenzstadt Stuttgart). 1919 hatte der Betrieb acht Beschäftigte. Seit Beginn der 1920er Jahre expandierten die Anlagen und das Unternehmen wurde zum Industriebetrieb unter dem Namen Adolf Lauster & Co. umgewandelt. 1923 wurde ein Gelände in Münster (1931 nach Stuttgart eingemeindet und seitdem Stadtbezirk) erworben. Hier entstanden in den folgenden Jahren außer einem Wohnhaus (Foto 6) auch gewaltige Sägegatter- und Kranhallen (Fotos 4 und 5) und ein Verwaltungsgebäude (Fotos 1 bis 3) in teils historistischer, teils neoklassizistischer Architektur. Für die Bauwerke wurde der im Steinbruch abgebaute Travertin verwendet.
    
    Schon in der Aufbauphase des Unternehmens kamen maschinelle Hilfsmittel zum Einsatz, wie die hydraulische Rohblockgewinnung, durch die auf Sprengungen bei der Steingewinnung weitgehend verzichtet werden konnte. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde auch die maschinelle Steinbearbeitung ausgebaut. Die Firma entwickelte ihre Maschinen zum Teil selbst, wie etwa Steinhobelmaschinen. Noch im Zweiten Weltkrieg begann der Betrieb auch, Spezial-LKWs für Arbeiten im Steinbruch zu konstruieren. Daraus ging ein später eigenständiges Unternehmen. Die Beschäftigtenzahl bei Adolf Lauster & Co. stieg von 180 im Jahre 1929 auf den Höchststand von 563 im Jahre 1939.
    
    Das Unternehmen dokumentiert die wirtschaftliche Entwicklung Stuttgarts der 1920er und 1930er Jahre. Als Baustofflieferant prägte es die Fassadengestaltung vieler Gebäude der württembergischen Hauptstadt entscheidend mit. Während der Zeit des Nationalsozialismus erhielt der Betrieb zahlreiche Aufträge der öffentlichen Hand. Davon zeugen noch die 14 Travertinsäulen, die heute noch unmittelbar neben der Rauchgasentschwefelungsanlage des Kraftwerks Münster an der Neckartalstraße stehen (Foto 7). Nach Angaben der Firma wurden die Säulen 1936 von der Stadt Berlin "für ein Denkmal am Mussoliniplatz in Berlin" geordert. Im Zuge der vom Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt Berlin unter Leitung Albert Speers geplanten großangelegten und gigantomanischen Umgestaltung Berlins sollte auf dem von 1904 bis 1908 in Charlottenburg angelegten Reichskanzlerplatz (dem heutigen Theodor-Heuss-Platz) ein riesiges Denkmal für den "Duce" entstehen, bei dem die 14 dorischen Säulen Verwendung finden sollten. Nach Eingang der Bestellung wurden die Steine für die Säulen 1937 gebrochen und bearbeitet. Eine Abholung erfolgte aber nicht mehr, so dass die Objekte am Straßenrand aufgestellt wurden. Nach dem Krieg wurden sie auf Wunsch von Berlin durch Lauster zurückgekauft.
    
    Nach dem Konkurs der Adolf Lauster & Co. im Jahre 1974 wurden verschiedene Betriebsgebäude abgerissen oder umgenutzt. 1984 wurde das Werk verkauft. Das Grundstück dient seit 1990 zur Müllsortierung und als Fuhrpark-Stellplatz und ist nicht zugänglich.

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Quelle(n)/Text:
• Karsten Preßler, Bestellt und nicht abgeholt: Die Säulen des Steinbruches Lauster in Stuttgart-Münster; in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 39(2010), S. 119-120
• de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Lauster_&_Co.
 
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Informationsstand:
 
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Link:
Informationen zu Adolf Lauster & Co. auf wikipedia.de
 
 
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