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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Technische Hochschule Darmstadt (Institute für Starkstromtechnik)
Adresse:
Landgraf-Georg-Straße
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
12.02.2017
 
© 2017 Norbert Gilson
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erbaut: 1955-63
Architekten: Gerhard Bartels / Karl-Heinz Schelling / Rolf Dreesen (Hochspannungslaboratorium)
    
Nach den großen Zerstörungen, die während des Zweiten Weltkriegs in Darmstadt angerichtet worden waren und von denen auch viele Bauten der Technischen Hochschule betroffen waren, wurde nach den ersten Wiederaufbaumaßnahmen der späten 1940er Jahre ein Neubauprogramm initiiert. Durch die Nutzung des zerstörten ehemaligen Altstadtgeländes konnten in den 1950er Jahren neue Institutsgebäude unmittelbar südlich des ursprünglichen TH-Geländes in Innenstadtnähe errichtet werden. Zur Unterstützung der Baumaßnahmen legte der Hessische Finanzminister zu Beginn des Jahres 1955 einen Vierjahresplan für ein begrenztes Bauprogramm der Hochschule in Höhe von 28 Mio. DM vor. Darin war auch ein Neubau für die Starkstromtechnischen Institute der Fakultät für Elektrotechnik vorgesehen. Der alte Komplex der Starkstromtechnik nördlich der Hochschulstraße sollte an die Physik abgetreten werden.
    
    Auf den von Theodor Buchhold bekleideten starkstromtechnischen (»Elektrische Anlagen«) Lehrstuhl (siehe bei -> »weiter«) wurde 1948 Ludwig Lebrecht als Nachfolger berufen. 1952 trat Werner Krämer die Nachfolge von Franklin Punga auf dem zweiten starkstromtechnischen (»Elektromaschinenbau«) Lehrstuhl an. Das Institut für »Hochspannungs- und Messtechnik« wurde nach dem Tod von Ernst Hueter seit 1955 von Gerhard Frühauf geleitet. Im ersten Bauabschnitt wurden das sogenannte Praktikumsgebäude und das Institutsgebäude fertiggestellt. Die drei Institute konnten Ende der 1950er Jahre die Neubauten an der Landgraf-Georg-Straße beziehen.
    
    Nachdem die Planungen zur Erweiterung um ein zusätzliches Stockwerk geändert worden waren, konnte auch der 1956 neu geschaffene Lehrstuhl für »Regelungstechnik« hier einziehen. Auf ihn wurde Winfried Oppelt berufen. Er baute das erste Institut für »Regelungstechnik« in der Bundesrepublik Deutschland auf. Die Schwerpunkte seiner Forschung lagen auf den Gebieten der Kurs- und Drehzahlregelung sowie der Regelungsprobleme in der Verfahrenstechnik. Er schloss auch biologische Regelungsvorgänge in menschlichen, tierischen und pflanzlichen Organismen in seine Betrachtungen ein und gehört damit zu den Begründern der Kybernetik. Besonders bekannt wurde sein in viele Sprachen übersetztes und seit 1954 in mehreren Auflagen erschienenes „Kleines Handbuch technischer Regelvorgänge″.
    
    Dem ersten Vierjahresplan für die Erweiterung der Darmstädter Hochschulbauten folgte Ende 1958 ein zweiter für den Zeitraum von 1959 bis 1962. Darin waren auch zusätzliche Erweiterungsbauten für die Fakultät für Elektrotechnik vorgesehen, außer einem eigenen Hörsaalgebäude für Elektrotechnik (siehe bei -> »weiter«) auch ein Hochspannungslaboratorium (Fotos 3 und 4). Projektierung und Bauleitung lagen in den Händen von Gerhard Frühauf. 1963 konnte das Laboratorium in Betrieb gehen. Als Grenzspannungen wurden 1.200 kV einphasige Wechselspannung und 3.000 kV Stoßspannung definiert. Damit stand das Institut zwar nicht an der Spitze der damals vorhandenen Höchstspannungslaboratorien, die bereits für bis zu 3 MV Wechsel und 5 MV Stoßspannung ausgelegt waren, konnte jedoch unter den Hochschullaboratorien der Bundesrepublik einen der vorderen Plätze einnehmen.
    
    Die Halle wurde als Stahlskelettkonstruktion auf einem rechteckigen Grundriss von 25 m x 32 m mit einer Höhe von 21 m errichtet. Um den Bau nicht unnötig zu verteuern, wurde auf einen die Halle überstreichenden schweren Laufkran verzichtet und stattdessen als Hebezeug ein Portalkran von 30 t Tragfähigkeit gewählt, der auf Schienen das Hallentor passieren kann. An den Unterzügen der Decke wurden lediglich drei 1,5-t-Laufkatzen aufgehängt. Zur Konstruktion von Erdungsanlage und Abschirmkäfig wurde ein Bodennetz aus doppeltem Baustahlgewebe unmittelbar in den Erdboden eingelegt. Seitenwände und Dach wurden mit einem Gitternetz aus verzinntem Draht von etwa 2 qcm Maschenweite ausgelegt und überall mit der Stahlkonstruktion der Halle verschweißt. Mit dem Fußboden-Gitternetz wurden zwei innerhalb des Hallengrundrisses angelegte, rund 20 m lange Tiefenerder verbunden. Drei weitere Tiefenerder wurden außerhalb des Gebäudes mit einer Bandringerde angelegt.

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Quelle(n)/Text:
• Dietrich Blankenburg / Marianne Viefhaus [Red.], Jahrbuch 1976/77. 100 Jahre Technische Hochschule Darmstadt, Darmstadt 1977
• Gerhard Frühauf, Das neue Hochspannungsinstitut der Technischen Hochschule Darmstadt; in: Elektrotechnische Zeitschrift. Ausgabe B 15(1963), Heft 4, S. 78-81
• Sabine Gerbaulet / Brigitte Kuntzsch / Marianne Viefhaus [Red.],Technische Bildung in Darmstadt. Die Entwicklung der Technischen Hochschule 1836 - 1996. Bd. 5. Vom Wiederaufbau zur Massenuniversität, Darmstadt 2000
• Sabine Gerbaulet / Brigitte Kuntzsch / Marianne Viefhaus [Red.], Technische Bildung in Darmstadt. Die Entwicklung der Technischen Hochschule 1836 - 1996. Bd. 6. Übersicht und Chronik, Darmstadt 2000
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