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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG
Adresse:
Gaßnerallee 33
 
Lage:
 
Kleinbild
Kleinbild
Foto(s) vom:
12.04.2008
 
© 2008 Norbert Gilson
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erbaut: 1899 / spätere Erweiterungen
    
Ende Juni 1898 beschloss die Mainzer Stadtverordnetenversammlung, auf der Ingelheimer Aue ein neues „Electricitätswerk″ zu errichten, da die zahlreichen in der Mainzer Innenstadt vorhandenen privaten Blockstationen die stetig steigende Nachfrage nach elektrischer Energie nicht mehr decken konnten. Die Entscheidung fiel, bedingt durch den Standort außerhalb des Stadtzentrums, zwangsläufig zugunsten eines Drehstromsystems. Installiert wurden zunächst drei Dynamos von 370 kW Leistung, die von drei Kolbendampfmaschinen angetrieben wurde. Mit dieser Grundausstattung ging das Elektrizitätswerk Ende September 1899 in Betrieb. Parallel dazu wurde die Gaserzeugung ausgebaut. Aus dieser Frühphase der Gaserzeugung ist noch das 1899 errichtete Gasreinigungs- und -regeneriergebäude erhalten (Foto 1).
    
    Die Stromerzeugung musste bereits 1900 ausgebaut werden. Bis zum Ende der 1920er Jahren gab es sieben weitere Erweiterungsschritte, so dass das Kraftwerk 1931 über eine Erzeugungskapazität von 42.000 kW verfügte, mit der eine Jahresproduktion von rund 60 Mio. kWh ins Netz abgegeben werden konnte. Nachdem sich 1931 die beiden Nachbarstädte Mainz und Wiesbaden zur gemeinsamen Strom- und Gaserzeugung entschlossen und die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG gegründet hatten, wurden die Anlagen zur Elektrizitäts- und Gaserzeugung weiter ausgebaut. In den 28 Horizontalkammeröfen des Gaswerks wurden täglich bis zu 530 t Kohle zu Stadtgas verarbeitet. Der Kohleverbrauch von Gas- und Elektrizitätswerk stieg mit dem nach der Weltwirtschaftskrise wieder wachsendem Energieverbrauch seit Mitte der 1930er Jahre sprunghaft an. Der Energieversorgungsbetrieb entwickelte sich zum Hafenanlieger mit der weitaus höchsten Umschlagsmenge.
    
    Nach den Kriegszerstörungen durch den Bombenangriff vom 27. Februar 1945 und den Instandsetzungen der späten 1940er Jahre erfolgte seit Mitte der 1950er Jahre eine neue Erweiterungswelle der Anlagen. Das Gaswerk erhielt drei große Gasbehälter (»Gasometer«), die bis zu ihrem Abriss 1974 die Silhouette der Mainzer Rheinfront mitprägten. Mit drei Blöcken von jeweils 100 MW Leistung wurde das Elektrizitätswerk (Kraftwerk I) in den Jahren 1958, 1963 und 1966 stufenweise erweitert. Die Anlage war bis zur Mitte des Jahres 2000 in Betrieb und wurde in der Folgezeit restlos beseitigt.
    
    Die seit Mitte der 1970er Jahre getroffenen Erweiterungen zeichneten sich durch den kompletten Neubau innovativer Kraftwerksblöcke aus. Um 1975 wurde das Kraftwerk II, ein GuD-Kombikraftwerk, mit einem 154 m hohen Schornstein in Betrieb genommen. 2001 folgte das Kraftwerk III mit 400 MW Leistung. Es handelt sich ebenfalls um ein GuD-Kraftwerk (mit kombiniertem Gas- und Dampfturbinenbetrieb). Mit einem elektrischen Wirkungsgrad von 58% war es damals das weltweit modernste Kraftwerk dieser Art. (Foto 2) Erstmals war hier die Gasturbine mit 682 MW Feuerungsleistung deutlich größer als die Dampfturbine. Die von den Turbinen angetriebenen Generatoren waren dementsprechend auf eine elektrische Erzeugungsleistung von 265 MW (Gas) und 140 MW (Dampf) ausgelegt. Da das Kraftwerk neben Fernwärme auch industriell benötigten Prozessdampf liefert, wurde ein zusätzlicher Dampferzeuger als Reserveeinheit installiert.
    
    Das Kraftwerk II mit 350 MW Leistung dient heute nur noch als Reserve für das Kraftwerk III. Die Farbgebung der Baulichkeiten stammt von dem vielfach ausgezeichneten Farbgestalter Friedrich Ernst von Garnier.

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Quelle(n)/Text:
• Stadt Mainz, Kulturdezernat (Hrsg.), Route der Industriekultur Rhein-Main. Mainz, Frankfurt am Main 2004
• Kraftwerke Mainz-Wiesbaden Aktiengesellschaft (Hrsg.), Route der Industriekultur Rhein-Main. Mainz - Wiesbaden. 75 Jahre Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG, o.O. 2006
• Informationszentrale der Elektrizitätswirtschaft e.V. (Hrsg.), An Rhein und Main. Tips für Technik-Trips, (TechnikTouren, Nr. 16), Frankfurt am Main 1993
• Imposantes Gas- und Dampfkraftwerk; in: VDE Informationen Rhein-Main, 01/2015
Informationsstand:
 
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Link:
Informationen zur aktuellen Situation und zur Historie auf der Website der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG
 
 
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