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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Motorenfabrik Oberursel AG
Adresse:
Hohemarkstraße
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
21.04.2007
 
© 2007 Norbert Gilson
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erbaut: 1913-18
Entwurf: Prof. Hufnagel
    
Die Anfänge des Unternehmens gehen auf das Jahr 1890 zurück, als der Darmstädter Maschinenbaustudent Wilhelm Seck in der väterlichen Werkstatt in Oberursel, einem Zweigbetrieb der 1866 in Bockenheim gegründeten Mühlenbauanstalt, mit der Konstruktion eines Petroleummotors begann. Es gelang ihm, einen robusten Einzylindermotor zu entwicklen, der unter dem Namen »Gnom« zu einem Verkaufsschlager wurde und der kleinen Werkstatt zum Aufschwung verhalf, die jetzt unter Motorenfabrik W.Seck & Co. firmierte. 1896 wurde der Betrieb vergrößert und die Firma in eine GmbH umgewandelt. Nach Differenzen mit den Gesellschaftern über die weitere Geschäftspolitik schied Wilhelm Seck 1897 aus und ging zur Aachener Automobilfabrik Scheibler.
    
    1898 wurde die GmbH unter maßgeblicher Beteiligung des Karlsruher Bankhauses Straus & Co. in die Motorenfabrik Oberursel AG umgewandelt. Die Produktion erstreckte sich auf Motoren bis 160 PS für Gewerbebetriebe sowie für Feldbahn- und Grubenlokomotiven. Besonderen Erfolg hatten auch die mit Spiritus betriebenen Lokomobilen für den Einsatz in der Landwirtschaft. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurden die repräsentativen Neubauten begonnen, jedoch erst kurz vor Kriegsende fertig gestellt. Das im Mittelrisalit monumental klassizistisch gestaltete Verwaltungsgebäude setzt ebenso wie die anschließenden Produktionshallen die neoklassizistisch-funktionale Linie der Vorkriegsarchitektur fort.
    
    1913 nahm das Unternehmen den Bau von Flugzeugmotoren nach einer Lizenz der französischen Firma Société des Fonderies de Cuivre de Lyon, Mâcon et Paris auf. Der als »Sternmotor« (mit einem Stern aus sieben Zylindern) bezeichnete Flugzeugmotor wurde in die Maschinen der Firma Fokker eingebaut, so dass die Motorenfabrik Oberursel umfangreiche Rüstungsaufträge erhielt. Mit dem Wegfall dieser Aufträge erlitt das Unternehmen nach dem Krieg einen empfindlichen wirtschaftlichen Einbruch. Die in dieser Situation durch Erich Langen von der Gasmotorenfabrik Deutz AG initiierten Kontakte führten 1921 zum Abschluss eines Interessengemeinschafts-Vertrages. In den Werksanlagen in Oberursel entwickelte Deutz nun auch schnelllaufende Fahrzeug-Dieselmotoren sowie Zweitakt-Diesel für Schiffe.
    
    Als die bereits 1924 geschlossenen Interessengemeinschaft zwischen Humboldt und Deutz 1930 zur vollständigen Fusion in der neuen Humboldt-Deutzmotoren AG führte, wurde die Motorenfabrik Oberursel AG als selbständiges Unternehmen liquidiert. 1932 wurden die Werksanlagen in Oberursel stillgelegt, jedoch 1934 im Zuge der Wiederaufrüstungsmaßnahmen erneut in Betrieb genommen. Auch im Zweiten Weltkrieg wurden wieder Flugzeugmotoren gebaut. Eine Versuchsabteilung arbeitete an der Entwicklung eines Zweitakt-Dieselmotors für Flugzeuge, der jedoch nicht mehr zur Serienreife gelangte. Nach wechselnden wirtschaftlichen Erfolgen in den ersten Nachkriegsjahren bedeutete der Auftrag zur Lieferung von Strahltriebwerken für die Bundeswehr im Jahre 1959 den Auftakt zu einem erneuten Aufschwung. Die Abteilung in Oberursel firmierte nun als KHD Luftfahrttechnik GmbH.
    
    1990 verkaufte die Klöckner-Humboldt-Deutz AG (KHD) die Tochtergesellschaft an das Konsortium von Bayerische Motorenwerke AG (BMW) und Rolls-Royce. Aufgabe der neuen Firma, unter dem Namen BMW Rolls-Royce GmbH, war es, eine moderne zivile Triebwerks-Linie für den Weltmarkt zu entwickeln, zu produzieren und zu vermarkten. Die 1999 in Rolls-Royce Deutschland umbenannte Firma ist seit 2000 ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der globalen agierenden Londoner Rolls-Royce plc.

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Quelle(n)/Text:
• Gustav Goldbeck, Kraft für die Welt. 1864 - 1964. Klöckner-Humboldt-Deutz AG, Düsseldorf / Wien 1964
• Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 1. Alte Länder, Stuttgart 1992
Informationsstand:
 
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