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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Norddeich Radio (Empfangsfunkstelle Utlandshörn)
Adresse:
Utlandshörn
 
Lage:
 
Kleinbild
Kleinbild
Foto(s) vom:
04.06.2013
 
© 2013 Norbert Gilson
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erbaut: 1930, spätere Erweiterungen
    
In Utlandshörn, damals weitab jeglicher Siedlungen gelegen, wurde 1930 die neue Empfangsstation von Norddeich Radio eingerichtet, um den Empfangsbetrieb von der Sendestation in Norddeich wegen der zunehmenden wechselseitigen Beeinflussungen räumlich zu trennen und dadurch zu entkoppeln (siehe bei -> »mehr«). Die Ausrüstung umfasste die damals modernsten Empfangseinrichtungen für Lang-, Mittel- und Kurzwelle, die mit mehreren Dipolantennen mit Reflektoren (Richtantennen) sowie mit Drahtantennen ausgestattet waren. Die Drahtantennen zum Empfang der Kurzwellensignale befanden sich an einem 65 m hohen Fachwerkturm aus Eichenholz, und zwar an den Spitzen von vier aus Teakholz gefertigten Auslegern, die der Turm trug. Über Kabel war Utlandshörn mit der Sendeanlage in Norden verbunden. Auch der 1939 in Osterloog in Betrieb genommene Großrundfunksender wurde mit der Betriebszentrale in Utlandshörn verbunden.
    
    Mitte der 1970er Jahre bestanden die inzwischen um Sendeanlagen erweiterten Empfangseinrichtungen aus Vertikalantennen und Horizontaldipolen sowie aus richtungsumkehrbaren Antennen, die zwischen 13 Türmen und Masten von 24 bis 65 m Höhe aufgehängt waren. Sämtliche Antennen konnten wahlweise direkt oder über elektronische Antennenverteiler zu den 16 Telegrafiefunk- und den 12 Sprechfunk-Betriebsplätzen durchgeschaltet werden. Zusätzlich zu den 20 Telegrafiefunk- und 16 Sprechfunk-Kurzwellenanlagen waren fünf UKW-Sende- und Empfangsanlagen in Betrieb. Von Utlandshörn aus wurden außerdem die zwölf Mitte der 1960er Jahre in Osterloog neu installierten modernen Automatiksender fernbedient. Der 1935 errichtete Empfangsturm aus Eicherholz wurde 1976 durch eine - inzwischen ebenfalls verschwundene - Antennenanlage ersetzt, die an Stahltürmen befestigt war, und Anfang 1977 abgerissen. Er war zu diesem Zeitpunkt einer der letzten großen Holztürme in Deutschland.
    
    Mit der Einstellung des Betriebs von Norddeich Radio am 31. Dezember 1998 wurde auch die Betriebszentrale stillgelegt. Das Betriebsgebäude von 1930 ist noch erhalten und wurde von 2004 bis 2011 von einer Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG, der Vivento Customer Services, genutzt, die hier ein Call-Center betrieb. Auch einer der zuletzt noch vorhandenen Funkmaste konnte vor dem Abriss gerettet werden und dient heute der Amateurfunkgruppe des Funktechnischen Museums Norddeich Radio (siehe -> »Link« unten) als Antennenmast.

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Quelle(n)/Text:
• Kurt Wagenführ [Red.], Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Küstenfunkstelle Norddeich Radio 1907 - 1957, Hamburg 1957
• Website www.rundfunk-nostalgie.de/seefunk.html (abgerufen am 27.03.2017)
• Oberpostdirektion Hamburg (Hrsg.), 75 Jahre Norddeich Radio. 1907 - 1982, o.O. [1982]
• Gerhard Canzler, Norddeich Radio. 1905 - 1998, Weener (Ems) 2004
    
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Link:
Informationen und Fotos zur Rundfunkgeschichte Ostfrieslands und zur Empfangsstelle Utlandshörn
 
 
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