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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Wasserkraftwerk Dettingen
Adresse:
Illerwerkkanal
 
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Foto(s) vom:
14.07.2016
 
© 2016 Norbert Gilson
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erbaut: 1925-27
Bauherr: Bezirksverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke
Betreiber: EnBW Kraftwerke AG
    
Das Kraftwerk Dettingen ging 1927 als Illerkraftwerk IV in Betrieb. Die Erschließung der Iller zur Stromerzeugung hatte kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs begonnen (siehe bei -> »mehr«). Die Iller ist der von der Wasserführung her bedeutendste Fluss Württembergs, der zur Zeit der der Schneeschmelze und bei Hochwasser bis zu 900 cbm/s Wasser führen kann, während Wasserführung normalerweise bei etwa 60 cbm/s liegt.
    
    Das Kraftwerk Dettingen ist ebenso wie die beiden oberhalb gelegenen Illerkraftwerke Unteropfingen (siehe bei -> »weiter«) und Tannheim (siehe bei -> »weiter«) ein Kanalkraftwerk, das von dem an der Wehranlage Mooshausen (siehe bei -> »weiter«) von der Iller abzweigenden Illerkanal gespeist wird. Hinter dem Kraftwerk Dettingen wird das zur Energie eingesetzte Wasser am Filzinger Wehr wieder in das Mutterbett der Iller (Foto 4) zurückgeleitet. In Dettingen steht ein Gefälle von rund 14 m zur Verfügung. Mit den 1927 installierten drei Francis-Turbinen und einer Propeller-Spiral-Turbine sowie den zugehörigen Generatoren kommt das Kraftwerk auf eine maximale elektrische Leistung von 11 MW. Die jährliche Energieerzeugung liegt bei rund 50 Mio. kWh. 2006 wurde das Kraftwerk umfassend modernisiert. Im rechten Winkel zum Kraftwerksgebäude wurde das Schalthaus errichtet (Fotos 5 bis 7), von dem aus ursprünglich die im Kraftwerk erzeugte Energie in das 55-kV-Versorgungsnetz des Bezirksverbandes Oberschwäbische Elektrizitätswerke eingespeist wurde.
    
    Ebenso wie die übrigen Illerkraftwerke wurde auch das Kraftwerk Dettingen für den so genannten »Schwellbetrieb« eingerichtet. Auf der Einlaufseite erstreckt sich vor dem Maschinenhaus ein größeres Wasserreservoir (Foto 3) zur kurzzeitigen Wasserspeicherung. Wurde die Stromerzeugung in lastschwachen Zeiten, noch bis in die 1970er Jahre vor allem nachts, gedrosselt, konnte sich der Tagesspeicher auffüllen und das gespeicherte Wasser zu den täglichen Spitzenzeiten - morgens und am frühen Abend - zur zusätzlichen Spitzenstromerzeugung genutzt werden. Seit 1985 wird diese Möglichkeit der Anpassung der Erzeugung an regionale Verbrauchsschwankungen durch die Kraftwerke der Region nicht mehr genutzt, sondern die wechselnden Bedarfsanforderungen werden aus dem Verbundnetz gedeckt.
    
    Vor dem Maschinenhaus ist eine monumental-pathetisch wirkende Skulptur, Prometheus mit der Fackel darstellend, aufgestellt, die die nutzbringende Wirkung der gebändigten Energie, hier allerdings des Feuers, versinnbildlichen soll. Die Darstellungen in den Friesen des Sockels nehmen Bezug auf den vor allem für das Handwerk erleichternden Einsatz von elektrischer Beleuchtung und elektrischen Arbeitsmaschinen (wie zum Beispiel der Bohrmaschine).
    
    Mit dem Zusammenschluss der württembergischen Elektrizitätsversorgungsunternehmen 1939 ging auch das Kraftwerk Dettingen vom Bezirksverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke auf die Energie-Versorgung Schwaben AG (EVS) über. Nach der Fusion von EVS und Badenwerk AG (1997) zur EnBW Energie Baden-Württemberg AG wird das Kraftwerk heute von deren Tochtergesellschaft EnBW Kraftwerke AG betrieben.

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Quelle(n)/Text:
• Wolfgang Leiner, Geschichte der Elektrizitätswirtschaft in Württemberg. Bd. 2,2. Der Weg zur Großwirtschaft (1916 - 1945), Stuttgart 1985
• Informationszentrale der Elektrizitätswirtschaft e.V. (Hrsg.), Zwischen Alb und Bodensee. Blatt Ost. (TechnikTouren, Nr. 3), Frankfurt am Main 1990
• Inbetriebnahme der drei Illerkraftwerke des Bezirksverbandes Oberschwäbische Elektrizitätswerke; in: Elektrotechnische Zeitschrift 49(1928), Heft 36, S. 1337
• Hinweistafel am Objekt
    
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Link:
Informationen zu den Illerkraftwerken auf der Website der EnBW Energie Baden-Württemberg AG
 
 
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