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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Studiengesellschaft für Höchstspannungsanlagen e.V.
Adresse:
Hallenweg 40
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
09.09.2013
 
© 2013 Norbert Gilson
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erbaut: 1967 / spätere Umbauten und Erweiterungen
    
Die Studiengesellschaft für Höchstspannungsanlagen e.V. wurde im Juni 1921 auf Initiative eines Ausschusses der Vereinigung der Elektrizitätswerke (VdEW) in Jena gegründet. In der neuen Gesellschaft waren nicht nur viele der größeren Elektrizitätsversorgungsunternehmen, sondern auch die Herstellerfirmen hochspannungstechnischer Anlagen vertreten, unter ihnen die Felten & Guilleaume Carlswerk AG, Voigt & Haeffner oder führende Porzellan- und Kabelfabriken. In dem fast 10-jährigen Betrieb der ersten 100 kV-Hochspannungsleitungen hatten sich verschiedene Betriebsprobleme gezeigt, die dringend gelöst werden musste, wenn man auf einen weiteren Ausbau der Hochspannungsübertragungstechnik setzen wollte.
    
    Vorstand der Studiengesellschaft wurde zum 1. April 1922 Dipl.-------Ing. Adolf Matthias, der Nachfolger von Michael von Dolivo-Dobrowolski als Chefelektriker der AEG-Apparatefabrik. Matthias wurde 1926 als ord. Professor auf den neu errichteten Lehrstuhl für Hochspannungstechnik an der TH Berlin-Charlottenburg berufen. Matthias war einer der »Pioniere« dieses noch neuen Fachgebietes, das er unter anderem durch den Aufbau eines Hochspannungslabors an der TH weiter ausbaute.
    
    1939 bezog die Studiengesellschaft ein eigenes Forschungs- und Laborgebäude in der Körnerstraße in Berlin-Steglitz. Vorrangige Untersuchungsfelder der Studiengesellschaft wurden die Erforschung der Auswirkungen von Blitzeinschlägen in Hochspannungsleitungen, der Folgen von Raureif- und Eisbelastungen der Leitungsseile, der Auswirkungen von Erd- und Kurzschlüssen sowie die Untersuchung der Probleme, die sich bei der Zusammenschaltung von Landesnetzen zu größeren Netzeinheiten ergbane. Außerdem wurde die Gesellschaft immer dann zu Rate gezogen, wenn sich bisher unbekannte Phänomene beim Betrieb von Hochspannungsleitungen und -anlagen zeigten.
    
    Die unsichere Lage in Berlin nach 1945 mit Zonentrennung und Blockade führte dazu, dass die Hauptgeschäftsstelle der Studiengesellschaft für Höchstspannungsanlagen im Sommer 1948 nach Westdeutschland verlegt wurde. Als Unterkunft bot sich zunächst ein leerstehendes Gebäude in Nellingen bei Stuttgart (heute Stadtteil von Ostfildern) an, das bis dahin für die Luftfahrtforschung gedient hatte. Die Bleibe war zunächst als Provisorium gedacht, währte jedoch bis 1967. Anfang der 1960er Jahre war die Entscheidung gefallen, nicht wieder nach Berlin zurückzukehren, sondern nach einem neuen Standort in der Bundesrepublik Ausschau zu halten. Unter anderem durch das Engagement der Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG (RWE) wurde in Mannheim-Rheinau, in unmittelbarer Nachbarschaft des großen RWE-Umspannwerks (siehe bei -> »weiter«), ein geeignetes Gelände für den Neubau der Forschungsanlagen und der Verwaltung gefunden. Der neue Standort war nicht nur verkehrsgünstig, sondern mit der Anschlussmöglichkeit an einen der leistungsfähigsten Punkte des westdeutschen Verbundnetzes auch in technischer Hinsicht optimal gelegen. Zudem hatte die 1950 neu gegründete 400-kV-Forschungsgemeinschaft e.V. in der Nachbarschaft bereits eine Versuchsanlage mit einer 2 km langen 380-kV-Versuchsleitung errichtet, um den Betrieb der neuen Höchstspannungsebene zu testen und die Erscheinungen der Koronaverluste und Hochfrequenzstöreinwirkungen mit neuartigen Messverfahren untersuchen zu können.
    
    Mit den Bauarbeien für die neuen Versuchsstätten in Mannheim-Rheinau wurde im Oktober 1965 begonnen und im November 1967 wurden die neuen Versuchsfelder für Hochspannung und Hochstrom ihrer Bestimmung übergeben. Das Hochstromversuchsfeld wurde von der Umspannanlage Rheinau aus über das 220-kV-Netz des RWE gespeist. Die größte Prüffeldleistung betrug 350 MVA während 3 Sekunden und 500 MVA 0,5 Sekunden. Kurzschlussströme konnten bis zu einem Effektivwert von rund 48 kA und Scheitelwerten von bis zu 150 kA erzeugt werden. Auffällig ist der Turm aus glasfaserverstärktem Konststoff (Foto 2), unter dem sich ein Stoßgenerator befindet. Mit solchen Geräten können Stoßspannungen verschiedener Art erzeugt werden, wie sie zum Beispiel bei Blitzeinschlägen, bei Schaltvorgängen oder bei Erd- oder Kurzschlüssen auftreten. Der 1967 in Betrieb genommene Stoßgenerator verfügte über eine Nennladespannung von 4,8 MV bei 192 kWs Energieinhalt.
    
    1973 fusionierte die Studiengesellschaft für Höchstspannungsanlagen e.V. mit der 400-kV-Forschungsgemeinschaft e.V. zur Forschungsgemeinschaft für Hochspannungs- und Hochstromtechnik e.V. Im Zuge einer Umstrukturierung erfolgte 1999 die Umbenennung in Forschungsgemeinschaft für Elektrische Anlagen und Stromwirtschaft e.V. (FGH). Seit 2002 ist die FGH als wissenschaftliche Einrichtung (An-Institut) an der RWTH Aachen anerkannt.

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Quelle(n)/Text:
• Forschungsgemeinschaft für Hochspannungs- und Hochstromtechnik e.V. (Hrsg.), 70 Jahre FGH. 1921 - 1991, o.O. [1991]
• Die neuen Versuchsfelder der Studiengesellschaft für Höchstspannungsanlagen e.V.; in: Elektrotechnische Zeitschrift. Ausgabe B, 19(1967), Heft 26, S. 749
• Herbert Baatz, Stoßgenerator für Freiluftaufstellung; in: Elektrotechnische Zeitschrift. Ausgabe B 21(1969), Heft 25, S. 575-579
• 400 000-Volt-Forschungsanlage in Mannheim-Rheinau; in: Energiewirtschaftliche Tagesfragen 1(1951/52), Heft 8, S. 260
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