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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Bolongaropalast
Adresse:
Bolongarostraße
 
Lage:
 
Kleinbild
Kleinbild
Foto(s) vom:
22.02.2008
-:
    
erbaut: 1772-77
Architekt: Jakob Josef Schneider (?)
    
Die zum Kurfürstentum Mainz gehörige, vor den Toren der freien Reichsstadt Frankfurt gelegene Stadt Höchst war wegen ihrer verkehrsgünstigen Lage an einer der großen Handelsstraßen bereits im Mittelalter ein wichtiger Handelsplatz. Die Stadt erlebte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Streben nach wirtschaftlicher Konkurrenz mit der Messestadt Frankfurt einen bedeutenden Erfolg. Initiator der wirtschaftlichen Blüte war Kurfürst Emmerich Josef von Breidbach-Bürresheim, der nach seinem Amtsantritt 1763 mit der Anlage einer östlich der Altstadt gelegenen, nach dem barocken Ideal einer Planstadt entworfenen Neustadt begann. Hier sollten sich vor allem Gewerbebetriebe niederlassen, die der Kurfürst durch Gewährung verschiedener Vergünstigungen, wie etwa Steuerprivilgien und Verleihung des Bürgerrechts, zu gewinnen hoffte. Der Plan für das quadratische, umwehrte, und von einem orthogonalen Straßensystem durchzogene Neubauareal wurde wahrscheinlich von dem Mainzer Baudirektor Jakob Josef Schneider entworfen.
    
    Als einen der ersten kapitalkräftigen Bauherren für die Neustadt konnte Emmerich Josef das in Amsterdam und Frankfurt tätige Handelshaus Bolongaro gewinnen. Durch die kurz vor dem Angebot Emmerich Josefs getroffene Entscheidung des Frankfurter Rats, dem Peter Anton Crevenna, dem Schwiegersohn von Jakob Philipp Bolongaro, die Gewährung des Bürgerrechts zu verweigern, fühlten sich die Gebrüder Bolongaro brüskiert und folgten der Einladung nach Höchst bereitwillig. Wohl ebenfalls nach den Plänen von Jakob Josef Schneider entstand der in der Tradition barocker Residenzschlösser entworfene Palast mit einer durch Giebel und Risalite gegliederten Straßenfassade von 117 m Länge. Mit der Errichtung der beiden zum Main hin gelegenen Flügelbauten erhielt die Anlage bis 1777 ihre endgültige Form.
    
    Der als Wohn- und Repräsentationsgebäude dienende Palast beherbergte im Erdgeschoss zusätzlich einige für die Tabakhandlung eingerichtete Geschäftsräume. Entgegen landläufiger Meinung hat es in dem Palast eine Tabakmanufaktur wohl nie gegeben. Sie war zwar geplant, wurde jedoch, vermutlich wegen des Todes von Maria Markus Bolongaro im Jahre 1779 und seines Bruders Jakob Philipp ein Jahr später, nicht mehr verwirklicht. Unter den Erben Bolongaro-Crevenna wurde der Sitz des Handelshauses 1785 - nach Erteilung des Bürgerrechts - wieder zurück nach Frankfurt verlegt.
    
    Im 19. Jahrhundert wurde der Palast Sitz der Verwaltung der Stadt Höchst, die bis zu ihrer Eingemeindung nach Frankfurt 1928 eigenständig war. Heute ist das Gebäude Dependence der Frankfurter Stadtverwaltung.

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Quelle(n)/Text:
• Volker Rödel, Fabrikarchitektur in Frankfurt am Main 1774 - 1924. Die Geschichte der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, Frankfurt am Main 1986
Informationsstand:
 
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