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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
VEB Funkwerk Köpenick
Adresse:
Wendenschlossstraße 142 - 154
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
26.04.2013
 
© 2013 Norbert Gilson
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erbaut: 1950er Jahre

Der VEB Funkwerk Köpenick entstand im Dezember 1949, als der Vorgängerbetrieb aus sowjetischer Regie ins Eigentum der wenige Wochen zuvor gegründeten DDR überführt wurde. 1945 waren die Reste der ehemaligen GEMA, Gesellschaft für elektroakustische und mechanische Apparate mbH (-> siehe bei »weiter«), die hier in der Köpenicker Wendenschloßstraße seit 1937 ihre Fabrikanlagen errichtet hatte, enteignet und unter sowjetische Verwaltung gestellt worden. Die noch verbliebenen technischen Anlagen wurden teilweise demontiert.
    
    Ende 1945 richtete die Sowjetische Militäradministration in Deutschland hier ein wissenschaftliches Institut ein, das Wissenschaftlich-Technische Büro MSP, in dem eine Reihe von Spezialisten der ehemaligen GEMA sowie von Siemens und von den Askania-Werken ihr Wissen nun vorwiegend für die Entwicklung von Hochfrequenzmessgeräten sowie von Schiffsführungs- und Navigationsgeräten einsetzten. 1949 gingen daraus zwei Nachfolgebetriebe hervor: der VEB Zentrallaboratorium für Signal- und Sonderanlagen und der VEB Funkwerk Köpenick. Beide Betriebe wurden 1951 unter dem Namen VEB Funkwerk Köpenick vereinigt. Der Betrieb entwickelte sich in den nächsten Jahren zur bedeudensten Einrichtung der elektronischen Nachrichtentechnik in der DDR.
    
    Zu den Schwerpunkten von Entwicklung und Fertigung in Köpenick gehörten zunächst Messgeräte, Sicherungstechnik für Bahnen und Bergbau, Regelungstechnik und industrielle Hochfrequenzerwärmung. Im Auftrag des DDR-Ministeriums für Maschinenbau wurde 1951 die Fertigung von Rundfunksendern und Empfangsanlagen aufgenommen. Im Juni 1952 wurde der erste hier hergestellte Hochleistungs-Mittelwellensender mit 250 kW Sendeleistung in Betrieb genommen. Durch den Umbau und die Modernisierung des ehemaligen »Deutschlandsenders« in Königs Wusterhausen konnte man das Know how in der Langwellentechnik gewinnen. Dies war Basis für die Entwicklung eines eigenen 750 kW-Langwellensenders, dessen Prototyp 1960 im brandenburgischen Zehlendorf (heute Stadtteil von Oranienburg) in Betrieb ging. Mit dem Bau eines 100 kW-Kurzwellensenders mit dreh- und schwenkbarer Richtantenne, der in Nauen für den Übersee-Rundfunkdienst aufgestellt wurde, bewies der Betrieb seine Kompetenz auch auf diesem Sektor.
    
    Seit 1953 gehörten auch Entwicklung und Bau von UKW-Rundfunk- und -Fernsehsendern, zunächst für das VHF-Band, seit 1960 auch für den UHF-Bereich. Einen prestigeträchtigen Großauftrag erhielt das Funkwerk Köpenick im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Fernsehturms am Alexanderplatz. Es lieferte die komplette Ausstattung des Turms mit der UHF-Sender- und -Antennentechnik, die dann die Ausstrahlung des 2. Fernsehprogramms der DDR ermöglichte. Auch die Entwicklung einfacher und hochwertiger Fernseh-Empfangsgeräte war Aufgabe des Funkwerks. Zeitweise wraen hier bis zu 3.000 Mitarbeiter beschäftigt.
    
    Nach der Wende wurde das Funkwerk Köpenick 1990 von der DeTeWe Deutsche Telephonwerke und Kabelindustrie AG übernommen. Im Zuge der Neustrukturierung der DeTeWe wurde der Standort 2004 aufgegeben.

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Quelle(n)/Text:
• Joachim Berndt (u.a.), 100 Jahre Funktechnik in Deutschland. Funkstationen und Messplätze rund um Berlin, Berlin 2002
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