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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Siemens & Halske (»Charlottenburger Werk«)
Adresse:
Franklinstraße 27
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
26.11.2013
 
© 2013 Norbert Gilson
-:
    
erbaut: 1896-98
Architekt: Martin de la Sauce
    
Das Gebäude in der Franklinstraße 27 in Berlin ist der letzte Rest des ehemaligen »Charlottenburger Werks« von Siemens & Halske. Die Werksanlagen am Salzufer und an der damals neu angelegten Franklinstraße waren in den 1880er Jahren entstanden. Um den Platzmangel in der Fabrik in der Markgrafenstraße zu beheben, hatte Siemens & Halske 1883 von der Freundschen Maschinenbauanstalt ein rund 13.500 qm großes Fabrikgelände mit Werkstattgebäuden am Salzufer erworben. Bereits seit 1872 war hier die Firma Gebr. Siemens & Co. angesiedelt, die im selben Jahr von den Brüdern Werner, Wilhelm und Carl Siemens mit ihrem Vetter Louis Siemens gegründet worden war. Die Firma stellte Alkoholmessapparate her, die an Siemens & Halske geliefert wurden.
    
    Nachdem 1884 zunächst die Kabelwerkstätten nach Charlottenburg verzogen waren und das Werksgelände durch Zukauf des Nachbargrundstücks wesentlich erweitert worden war, siedelten auch die Fertigung von Dynamomaschinen, der Apparatebau und 1890 schließlich die Werkstätten für Bogenlampen nach Charlottenburg über. So entwickelte sich der neue Standort zur zentralen Fertigungsstätte für das gesamte Starkstromprogramm, während die Schwachstromfertigung im Stammwerk an der Markgrafenstraße verblieb, dem so genannten »Berliner Werk«.
    
    Als das Gebäude in der Franklinstraße 27 nach einem Entwurf von Martin de la Sauce in den Jahren von 1896 bis 1898 errichtet wurde, stand Siemens & Halske nicht nur vor einem steilen wirtschaftlichen Aufstieg. Damit einher ging eine Reorganisation des gesamten Unternehmens, auch als Folge der 1897 vorgenommenen Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Im Charlottenburger Werk waren die Expansionsmöglichkeiten zu dieser Zeit bereits weitgehend erschöpft. Daher wurde 1897 ein Grundstück für ein Erweiterungsgelände auf den »Nonnenwiesen« zwischen Charlottenburg und Spandau erworben. Hier entstand in den folgenden Jahrzehnten das neue Produktionsgelände, und es wuchs, auch durch die Wohnbebauung, ein neuer Stadtteil, der später den offiziellen Namen »Siemensstadt« erhielt (siehe bei -> »weiter«). Als erste Abteilung zog 1899 das Kabelwerk von Charlottenburg an den neuen Standort um.
    
    Als 1902 durch Übernahme der Starkstromabteilung der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & Co. das neue Tochterunternehmen, die Siemens-Schuckertwerke GmbH (SSW), entstand, wurde auch das Charlottenburger Werk in das neue Unternehmen eingebracht. Die Fabrikationsanlagen zogen nach und nach von Charlottenburg nach Siemensstadt um. Bis 1914 waren fast alle Produktionsabteilungen verlagert. Auch die Gebr. Siemens & Co. hatte um 1900 ihre Fertigung in ein neues Gebäude nach Lichtenberg verlegt (siehe bei -> »weiter«), nachdem sie die Herstellung von Elektroden und Elektrodenkohlen aufgenommen hatte. Im Charlottenburger Werk verblieb zunächst noch die Schaltgeräte-Fertigung. Hierzu gehörten vor allem der Schalttafelbau, die Fertigung von Hochspannungsschaltern sowie von Steuergeräten für die Elektrizitätsübertragung. Aber 1917 setzte auch für diese Produktionssparte der Umzug nach Siemensstadt ein, der mit dem Bezug des neu errichteten Schaltwerk-Hochhauses (siehe bei -> »weiter«) 1928 abgeschlossen wurde. In der Franklinstraße 27 soll danach noch die Materialverwaltung von SSW ansässig gewesen sein.

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Quelle(n)/Text:
• Wolfgang Schäche / Wolfgang Ribbe, Die Siemensstadt. Geschichte und Architektur eines Industriestandortes, Berlin 1985
• August Rotth, Geschichte des Charlottenburger Werkes 1883 - 1928; in: Siemens-Mitteilungen, 1929, Heft 115, S. 10-13
• Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Denkmaldatenbank, Eintrag 09096157
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