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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Blitzableiter
Adresse:
Eberbacher Straße 1
 
Lage:
 
Kleinbild
Kleinbild
Foto(s) vom:
28.07.2012
 
© 2012 Norbert Gilson
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erbaut: 1. Hälfte 19. Jhd.
    
Auch in Hirschhorn hat sich - wie mehrfach im Rhein-Neckar-Kreis - noch ein Ensemble historischer Blitzableiter erhalten. Mit diesen aufwändig gestalteten »Apparaten« sollten die Häuser armiert werden, um gegen die »schädlichen Wirkungen des Blitzes« gewappnet zu sein.
    
    Nachdem Benjamin Franklin 1752 nachgewiesen hatte, dass die gefürchteten Blitze nichts anderes als elektrische Entladungen sind, war man dem wissenschaftlichen Verständnis des Phänomens auf die Spur gekommen. 1769 wurde in Deutschland die erste Blitzschutzanlage auf dem Jakobi-Turm in Hamburg errichtet. In Süddeutschland machte sich Johann Jakob Hemmer, der Leiter des kurfürstlichen Physikalischen Kabinetts in Mannheim, zum vehementen Befürworter der neuen »Blitzschutztechnik«. Dank der Unterstützung durch Carl Theodor, den aufgeschlossenen Kurfürsten von der Pfalz und von Bayern, wurden seit den späten 1770er Jahren viele öffentliche Gebäude, Adelssitze und Kirchen mit den neuartigen »Wetterstangen« versehen. Auch in der benachbarten Markgrafschaft Baden und im Herzogtum Württemberg wurde man in den 1780er Jahren auf die Einrichtungen aufmerksam.
    
    Das Anbringen von Blitzableitern fiel allerdings nicht auf ungeteilte Zustimmung. Religion, Aberglauben und Bauernweisheit waren auch im frühen 19. Jahrhundert noch weit verbreitete Einstellungen, die einer Einsicht in die naturwissenschaftlichen Fakten entgegen standen und ein Misstrauen gegen die Blitzableiter wach hielten.     
    Während die ersten Konstruktionen der Blitzableiter des späten 18. Jahrhunderts fünfspitzig ausgeführt wurden, kam im 19. Jahrhundert das einfache eiserne Rohr mit nur einer Spitze auf. Diese war in der Regel aus Kupfer und wurde aufgeschraubt, um sie im Schadensfall austauschen zu können. Anzahl und Anordnung der Blitzableiter richtete sich nach den Maßen des Gebäudes und der Topographie des Dachs. Die bisweilen mehrere Meter hohen Blitzfänger wurden auf einem eichernen Stab montiert und im Dachstuhl oder an Kaminen verankert. Oft wurden die Eisenstäbe auch mit Kugeln, Kreuzen, Windfahnen und dergleichen versehen und gaben den Gebäuden dadurch, wie auf den Fotos sichtbar, einen zusätzlichen dekorativen Akzent.

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Quelle(n)/Text:
• Rainer Laun, Historische Blitzableiter. Eine unbeachtete Gattung technischer Kulturdenkmale; in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 15(1986), S. 85-92
 
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