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1. Historische Bauten / Objekte
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Bauwerk / Objekt:
Tuchfabrik Müller
Adresse:
Carl-Koenen-Straße
 
Lage:
 
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Foto(s) vom:
18.12.2007
 
© 2007 Norbert Gilson
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erbaut: 1801

Die Zeit der französischen Verwaltung brachte für das Rheinland einen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich, nachdem die Vorrechte der Zünfte abgeschafft und die Gewerbefreiheit eingeführt worden waren. 1801 entstand in Kuchenheim am Erftmühlenbach die Papiermanufaktur Fingerhut, ein dreigeschossiger Winkelbau mit dem für Papiermühlen typischen gestuften Dach (Fotos 2, 3 und 4). Der Dachboden diente dem Trocknen des Papiers, die Lüftungsklappen im Dachversatz sorgten für den Luftaustausch.
    
   Als die Region - nun unter preußischer Verwaltung - seit den 1830er Jahren einen Aufschwung des hier traditionsreichen Weberhandwerks erlebte, nahm der Fabrikant Fingerhut die Zeichen der Zeit wahr und wandelte die Papiermühle in eine Tuchfabrik um. Fortan wurden hier Tuche für das preußische Militär produziert. 1894 ging die Fabrikanlage in das Eigentum der Familie Müller über, die die Fabrik zwei Generationen lang bis zur Stilllegung im Jahre 1961 betrieb.
    
    Nachdem Ludwig Müller den Betrieb 1894 übernommen hatte, baute er ihn zur Volltuchfabrik aus. Alle Arbeitsschritte von der Anlieferung der Rohwolle über das Wolfen, Färben, Krempeln, Spinnen, Weben bis zur Appretur und zum Versand des fertigen Tuchs waren auf dem fabrikareal zusammengefasst. Es wurden lodenartige, ziemlich grobe, dafür aber strapazierfähige Wolltuche aus Streichgarn hergestellt. Verwendung fanden sie bei der Produktion von Loden- und Sportbekleidung sowie von Uniformen.
    
    Seit den 1950er Jahren verlor die Tuchfabrik zunehmend an Konkurrenzfähigkeit. Vor allem italienische Tuchhersteller drängten die deutsche Tuchindustrie in eine ungewohnte Wettbewerbssituation. Mit dem Maschinenpark, der überwiegend aus der Zeit um 1900 stammte, konnte die Tuchfabrik Müller dem Konkurrenzdruck nur noch kurze Zeit standhalten. 1961 wurde der Betrieb geschlossen und schlummerte danach für mehr als 20 Jahre ungestört vor sich hin.
    
    Zu Beginn der 1980er Jahre entdeckte man die noch weitgehend im Zustand von 1961 erhaltene Fabrikanlage wieder. Sie wurde unter Denkmalschutz gestellt und zu einem der Standorte des LVR Industriemuseums bestimmt (Näheres siehe beim Link unter -> »heute«) .

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Quelle(n)/Text:
• Axel Föhl, Bauten der Industrie und Technik in Nordrhein-Westfalen, Berlin 2000
• Tuchherstellung - wie vor 100 Jahren; in: Denkmalpflege im Rheinland 2(1985), Heft 1
• Faltblatt »Tuchfabrik Müller. Eine komplette Fabrik wird Museum« [um 1997]
Informationsstand:
 
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heute:
 
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